Was ist Gestalttherapie?

Der Begriff "Gestalt" ist der Gestaltpsychologie entnommen und beschreibt ein einheitliches, untrennbares Ganzes, in dem alles in Bewegung (im Prozess) und in Beziehung zueinander steht. Vor diesem Hintergrund ist die Gestalttherapie ein ganzheitliches Therapieverfahren, das den Menschen als körperlich-seelische-geistige Einheit sieht. Sie ist tiefenpsychologisch fundiert und in ihrem methodischen Vorgehen phänomenologisch, dialogisch und experimentell.

 

Im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Methode steht die Entwicklung und Verfeinerung des Gewahrseins (Bewusstheit) aller gerade vorhandenen und zugänglichen Gefühle, Empfindungen und Verhaltensweisen, im Kontakt mit sich selbst und anderen.

 

Das wichtigste Prinzip der Gestalttherapie, ist das Hier-und-Jetzt: Die gegenwärtige Situation wird als der Ort betrachtet, wo Veränderung geschieht. Vergangenheit und Zukunft werden in der gegenwärtigen Situation im Kontakterleben mit anderen und der Umwelt, z.B. als Erinnerung, erlebt.

 

Gestalttherapie geht von einem lebenslangen Wachstumsprozess aus, indem jeder Mensch das Potenzial zu geistig-seelischer Gesundheit und kreativen Lösungen in sich trägt. Unvollständig verarbeitete Situationen, innere Konflikte, frühe Störungen sowie Traumata  behindern jedoch die Entfaltung des eigenen Potentials und die Lebensenergie.

 

Die Gestalttherapie entwickelte sich in den 50iger Jahern aus der Psychoanalyse und wurde von Fritz Perls, seiner Frau Laura Perls sowie Paul Goodman begründet.